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Elefant & Ente – Einfach sei

Drei Tage mit einer lieben Freundin in Innsbruck, u.a. zur Lesung von Mareile Fallwickels neuem Buch „Haltet euch fest!“. Ente: „Weißt du, was heute besonders schön war?“ Elefant: „Was denn?“ Ente: „Ich musste nichts Besonderes sein. Nicht klug, nicht lustig, nicht hilfreich. Manchmal hatte ich nicht mal etwas zu sagen.“ Elefant: „Und?“ Ente: „Ich durfte trotzdem bleiben.“ Elefant: „Vielleicht ist genau das Verbundenheit.“ Ente: „Was?“ Elefant: „Wenn du nichts beitragen musst, um dazuzugehören.“

Mein Schreibstein

Es ist mein Schreibstein. Farben wie ein Regenbogen. Er ist mir bereits einmal heruntergefallen. Ich habe ihn geklebt. Mein Daumen passt genau hinein in die kleine Kuhle. Ich habe ihn heute den ganzen Tag oft in der Hand gehabt. Es tut mir gut, ihn zu halten. Er beruhigt mich.

Den Raum für andere halten

  „Eine hält den Raum, weil die andere es gerade nicht kann.“ Dieser Satz machte etwas mit ihr. Er ließ ihre Ohren wieder rauschen. Das hatte sie lange nicht mehr gehabt, geschweige denn gehört. Der Satz hinterließ dieses Rauschen in ihr, wie immer in beiden Ohren. Erst jetzt, als sie etwas zur Ruhe kam, konnte sie das überhaupt hören. Sie hatte den Satz in ihrem vollen, schönen und auch anstrengenden Tag, der gerade erst zu Ende ging für heute, erst jetzt wirklich gelesen. In ihr begann ihr Theaterstück mit seinem Aufbau, den Kulissen und Akteuren und bald war die Bühne voll von Menschen, für die sie genau das so oft tat. Für Familie. Für Freundinnen. Für Klienten.

All ihre Koffer

Foto: KI generiert Sie wollte sich gerade in ihr Auto setzen, als sie die Erkenntnis wie der sprichwörtliche Blitz traf. Sie hatte ihren Koffer am Bahnhof vergessen. Zum Glück fiel es ihr noch rechtzeitig ein und auf. Glück, na ja, das wird sich noch zeigen, vielleicht nicht gerade am Anfang der Geschichte. Als sie auf durch das Bahnhofsgebäude auf den Bahnsteig kam, traute sie ihren Augen nicht. Ein riesiger Berg an Koffern wartete dort. Koffer in allen möglichen Farben und Größen. „Na endlich, da sind Sie ja endlich. Ich will Feierabend machen!“ Die Mitarbeiterin der Deutschen Bahn hielt ihr ein Formular unter die Nase, „Hier unterschreiben, dass Sie alle abgeholt und mitgenommen haben.“ „Aber …“ Sie schaute auf den riesigen Berg. „Ich hatte doch nur einen dabei.“

Möchten ist mit können und wollen und viel krasser

Sie erinnerte sich an den Moment, das war gerade mal zwei Wochen her, als sie selbst zum ersten Mal bewusst den Unterschied zwischen können und wollen spürte und diesen Unterschied überhaupt erkannte, für sich selbst erkannte. Ihr war schwindlig geworden, obwohl sie auf dem Bett saß und in ihren Ohren rauschte es, anders als sonst. Das Geräusch hatte sich verändert und der Schwindel verschwand, als die Erkenntnis in ihr gesackt war.  Sie machte alles für andere in einer ziemlichen Geschwindigkeit und hatte sich über Jahre angewöhnt, dass als normal anzusehen und als „nicht so viel“. Eine langjährige Freundin hatte ihr das immer wieder gesagt und erst gestern hatten sie noch telefoniert und sie hatte ihr das gesagt. Ihre Freundin hatte gelacht und dann lachten sie beide, denn jetzt spürte sie, was diese immer gemeint hatte.

Immer geht es um die Geschichten von Menschen, die sich begegnen

Als ich das Buch „Wenn Wörter uns halten“ vor elf Jahren geschrieben habe, habe ich darin die besonderen Cafés in Iserlohn aufgeführt, in denen sich meine damaligen Hauptfiguren Mia und Herr Klauber begegnet sind. Orte, an denen Menschen sich ungezwungen begegnen können. Ganz unterschiedliche Menschen. Mit unterschiedlichen Geschichten, Sprachen und Lebenswegen. Ohne es zu wissen, hat meine Biografiearbeit dort schon längst ihren Anfang genommen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Cafés in meinen Geschichten immer wieder auftauchen. Es geht gar nicht so sehr um den Kaffee. Es geht um die Menschen, die sich an einem Tisch begegnen. Es geht um die Menschen und ihre Geschichten an diesen Orten. Hier findet ihr einen Brief von Herrn Klauber im MP3-Format, den er an Mia geschrieben hat.  Und hier findet ihr die vier wichtigen Elemente meiner heutigen Biografiearbeit (Pdf-Format).

Scherben bringen mit Rote Grütze noch mehr Glück

Scherben bringen Glück. Noch mehr, wenn in dem Glas, das in Scherben ging, leckere, süße, rote Grütze gewesen ist. Scherben bringen Glück. Vielleicht nicht gerade bei REWE an der Kasse, mit einer Wort-Giftspritze direkt vor der Nase, die sich geradezu persönlich angegriffen fühlt von dem herabstürzenden Glas und der Unverschämtheit, dass das Glas ausgerechnet an ihrer Kasse zerschellte. Scherben bringen doch Glück, oder?

Schwimmen ist wie Live-3D-Schreiben mit Sonne, Wind und Kaffee

Mein Kopf hat mit meinen Gedanken und Zweifel und blablabbla ein unglaubliches Theaterstück aufgeführt. Eines, das mich fast hätte verzweifeln lassen. Eben nur fast. Heute war mehr als fast da. Ein Teil von mir wollte soooooo gerne ins Wasser, dass alle Bedenken keine Chance hatten und ich sie alle mitgenommen habe und trotzdem im Wasser gewesen bin. Für mich. Mit mir. Eine Bahn kraulen und noch eine Bahn und noch eine. Danach, als die Beiden da waren, eine Mischung aus paddeln und schwimmen, gemeinsam, mit quatschen und lachen und einfach im Wasser sein.