2026, Elefant und Ente, Schreib Geschichte!
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Möchten ist mit können und wollen und viel krasser

Sie erinnerte sich an den Moment, das war gerade mal zwei Wochen her, als sie selbst zum ersten Mal bewusst den Unterschied zwischen können und wollen spürte und diesen Unterschied überhaupt erkannte, für sich selbst erkannte. Ihr war schwindlig geworden, obwohl sie auf dem Bett saß und in ihren Ohren rauschte es, anders als sonst. Das Geräusch hatte sich verändert und der Schwindel verschwand, als die Erkenntnis in ihr gesackt war. 

Sie machte alles für andere in einer ziemlichen Geschwindigkeit und hatte sich über Jahre angewöhnt, dass als normal anzusehen und als „nicht so viel“. Eine langjährige Freundin hatte ihr das immer wieder gesagt und erst gestern hatten sie noch telefoniert und sie hatte ihr das gesagt. Ihre Freundin hatte gelacht und dann lachten sie beide, denn jetzt spürte sie, was diese immer gemeint hatte.

Auch heute stand sie extra viel früher auf, um noch Zeit für sich zu haben, bevor alles wieder losging. Am Morgen konnte sie seit ein paar Wochen am besten noch für sich sein, ohne zu sehr an all das zu denken, was sie noch tun musste, weil sie es konnte.

Sie saß auf dem Balkon mit ihrem ersten Kaffee –  das war neu – und las dabei Melissas und Ellas Text, der heute Morgen gekommen war. Sie las ihn ein zweites Mal, stellte den Kaffee ab, holte tief Luft und machte dann einen schier unendlich langen Moment nichts, außer in den Himmel zu schauen …

Können?
Ja, kann ich.
Zeit?
Ja, habe ich.

Möchtest du?
Ja, möchte ich.
Jetzt!

 Dann holte sie ihren Laptop und begann zu schreiben, weil sie jetzt schreiben musste, konnte und wollte, das ging nicht anders. Das war nochmal mehr in ihr Leben zurückgekommen, mit einer Wucht und Selbstverständlichkeit, die sie manchmal atemlos nach Luft schnappen ließ, weil es so „ohne Worte groß“ war, was sie da erlebte. Wie oft hatte sie sich das in den letzten Jahren gewünscht du natürlich auch geschrieben, aber anders. Jetzt war es wieder ein Teil ihres Lebens, das wie selbstverständlich Platz nahm damit alles andere drumherum sortierte.

Hier beim Schreiben war sie ganz bei sich. Da hatte alles um sie herum seinen Platz. In allen anderen Bereichen war das nicht so einfach für sie, da verschwand sie oft immer noch in dem, was sie tat für andere und spürte das abends, wenn sie einfach nur noch müde war und erst gut einschlief und dann viel zu oft wach wurde. Am nächsten Morgen schob sie den Tag gerne noch mit der Snooze-Taste alle 5 Minuten etwas hinaus. Sie wollte noch nicht. Am Wochenende war das etwas anders, da fiel es ihr leichter, aber auch da stellte sie sich den Wecker, um noch Zeit zu haben für sich und nicht sofort im Tun unterzugehen.

Sie sah das alles und fand nicht immer den Weg durch all das Tun hindurch zu sich selbst. Sie spürte diese Sehnsucht nach mehr davon und wusste, sie war auf dem Weg und schrieb jeden Tag neu daran. Immer mehr gelangte das auch in ihr Leben.

Ein Anfang, so hatte der Text heute angefangen.

Nicht damit
aufhören
immer neu
anzufangen.

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