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Vom Vermissen und endlich schwimmen gehen

„Du vermisst dich, oder?“, fragte der Elefant. „Ja!“, antworte ich. „Such nach dem Weg zurück. Du kennst ihn.“ „Ich habe die Frage schon gestellt, aber du hast sie wieder an die Seite gestellt!“, sagt der Elefant und sie nickt, weil sie sich gestern und heute wieder viel zu sehr geärgert, aufgeregt und gestresst hat mit dem, was nicht ihre Baustelle ist und sie an den anderen nicht ändern kann. „Du bist viel zu viel Job und zu viel für andere im Kopf und noch zu wenig Schriftstellerin und Sabine und in deinem Körper!“, sagt die Ente.

Haltung

Foto: Melissa Lobert Die Art und Weise, wie wir mit uns, den Menschen und der Welt umgehen, sagt eine Menge über uns aus. Wie wichtig es ist, sich selbst immer wieder zu überprüfen, ist für mich die Essenz meines privaten und beruflichen Lebens. Auf dem Papier und im Leben. Drei Versionen: I.  „Warum ärgert es dich so?“, fragte die Ente. Der Elefant schaute einen Moment in die Ferne. „Weil ich mir wünsche, dass Menschen zu dem stehen, was sie denken.“ „Und wenn sie es nicht tun?“ Der Elefant hob langsam die Schultern. „Dann ist das ihre Haltung.“ „Aber das fühlt sich ungerecht an.“ Der Elefant nickte. „Ja. Nur wird meine Haltung nicht besser, wenn ich mich zu lange an ihrer festhalte.“ Die Ente wurde still. „Und woran halte ich mich dann fest?“ Der Elefant lächelte. „An deiner eigenen.“

Melissas Textwunsch: „Mehr wollen, als zeitlich möglich ist“

  „Ich schaffe das alles nicht!“, rief die Ente und flatterte hektisch von einer Idee zur nächsten. Der Elefant nickte. „Das glaube ich dir.“ „Aber ich will doch alles! Das Schreiben. Das Schwimmen. Freunde treffen. Arbeiten. Lesen. Aufräumen. Neue Ideen. Und wenn ich es nicht schaffe, bin ich sauer auf mich.“ Der Elefant schwieg einen Moment. „Weißt du, was mir auffällt?“ Die Ente schüttelte den Kopf. „Du behandelst die Zeit manchmal, als wäre sie beleidigt, wenn sie nicht mehr hergibt.“

Es sich gut gehen lassen, ist manchmal wie der Ballbesitz-Rekord der englischen Fußballnationalmannschaft ohne ein Tor

  „Du hast ja heute schon Schwierigkeiten überhaupt zu schreiben anzufangen, geschweige denn eine Überschrift zu finden.“ Der Elefant lässt die Sätze neben ihr und der Tasse Kaffee auf der Bank auf dem Balkon Platz nehmen. „Es muss kein perfekter Tag werden. Du lässt es dir einfach auch mal gut gehen!“

Gedanken sind wie Wasser, das aus Waschmaschinen läuft

  „Da kommt Wasser aus dem Badezimmer“, sagte der Elefant, so ruhig und gelassen, als würde er sagen „Schau mal, da steht ein Baum.“ „Ein kleiner See für mich, ein See für mich!“ rief die Ente, watschelte los und begann auf den Fliesen zu planschen. Vorbei mit der Ruhe, die auch vorher nicht wirklich eine gewesen ist, denn mit dem Wasser kamen die Gedanken zu ihr. Ihre eigenen Gedanken, die ihr nicht guttaten, die so vertraut waren, dass sie zwar bemerkte, dass es ihr nicht gut ging, aber sie wusste nicht genau, warum das so war.