
„Da kommt Wasser aus dem Badezimmer“, sagte der Elefant, so ruhig und gelassen, als würde er sagen „Schau mal, da steht ein Baum.“
„Ein kleiner See für mich, ein See für mich!“ rief die Ente, watschelte los und begann auf den Fliesen zu planschen.
Vorbei mit der Ruhe, die auch vorher nicht wirklich eine gewesen ist, denn mit dem Wasser kamen die Gedanken zu ihr. Ihre eigenen Gedanken, die ihr nicht guttaten, die so vertraut waren, dass sie zwar bemerkte, dass es ihr nicht gut ging, aber sie wusste nicht genau, warum das so war.
„Die Gedanken kannst du genauso aufwischen, wie das Wasser im Badezimmer.“, erklärte der Elefant, der weiter selenruhig auf dem Balkon sitzen geblieben war. „Oder du machst eine Geschichte vom Aufstand der Waschmaschinen daraus.“
„Au ja,“ lachte die Ente. „Die würde ich auch gerne lesen.“
Sie konnte nicht anders und lachte mit. Der Rest musste jetzt nur noch trocknen. Die Ente schaute kurz enttäuscht, fand dann aber im kühlen Wasserbad unter dem Tisch eine bessere Stelle zum Schwimmen.
„Du vermisst dich, oder?“, fragte der Elefant.
„Ja, ich habe heute nicht den Kontakt zu mir, den ich mir wünsche. Ich habe den Fehler noch nicht gefunden. Und ja, ich weiß, dass es kein Fehler, sondern ein altes Muster ist, nach dem ich die Dinge in meinem Leben oft angehe. Ich möchte ihm keine Nachricht schicken, doch ein Teil von mir doch.
Ich habe mich gestern in der Hitze nicht wohl gefühlt, sie tat mir und meinen Gedanken über mich nicht gut. Die Hitze hat meine Hirngespinste mal wieder aufgeblasen.
Natürlich nur heiße Luft, aber die war sehr real und daher umso deutlicher.

Liebe Sabine, in diesem Text hab ich mich mit meinem aktuellen Problem sehr gesehen gefühlt 😍
Liebe Christiane,
das du dich gesehen fühlst, freut mich, denn genau darum geht es, dass wir nicht alleine sind.
Danke für die Rückmeldung.
Sabine