2026, Elefant und Ente, Schreib Geschichte!
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Den Raum für andere halten

 

„Eine hält den Raum, weil die andere es gerade nicht kann.“

Dieser Satz machte etwas mit ihr. Er ließ ihre Ohren wieder rauschen. Das hatte sie lange nicht mehr gehabt, geschweige denn gehört. Der Satz hinterließ dieses Rauschen in ihr, wie immer in beiden Ohren. Erst jetzt, als sie etwas zur Ruhe kam, konnte sie das überhaupt hören.

Sie hatte den Satz in ihrem vollen, schönen und auch anstrengenden Tag, der gerade erst zu Ende ging für heute, erst jetzt wirklich gelesen. In ihr begann ihr Theaterstück mit seinem Aufbau, den Kulissen und Akteuren und bald war die Bühne voll von Menschen, für die sie genau das so oft tat. Für Familie. Für Freundinnen. Für Klienten.

Den Raum zu halten, war ihr so vertraut, oft den Kontakt dahin und darin zu erhalten, weil er sonst nicht mehr da war. Sie hielt so viel Raum für andere, dass sie selbst darin verschwand und oft nicht mehr vorkam. Nicht, weil sie das nicht wollte, gerne sogar, doch sie tat es oft unbewusst und selbstverständlich, nahm es sich oft vor anders zu machen und verschwand dann doch wieder im Halten für den anderen.

In einer Therapie vor vielen Jahren hatte sie gesessen und nach Worten gesucht für das, was in ihr vorging. Sie fand sie nicht und der Psychologe war nicht in der Lage den Raum für sie zu halten, selbst da hielt sie ihn sich selbst. Sie hörte damit auf, mit der Therapie und schrieb ihr erstes Buch „Vollmond in Blau“, in dem Psychologen ziemlich schlecht wegkamen. Sie schrieb sich ihren eigenen Weg da raus und hielt sich so den Raum in Worten selbst.

Den Raum halten
für andere
ist sicher
da kennt sie sich aus
das kann sie

Den Raum halten
für sich
mit geschriebenen
Worten und
zwischen den
ungesagten Worten
das macht sie
da fühlt sie
sich sicher

Worte halten sie

Geschriebene Worte
halten mich immer

 

 

 

 

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