2026, Elefant und Ente, Schreib Geschichte!
Schreibe einen Kommentar

Vom Vermissen und endlich schwimmen gehen

„Du vermisst dich, oder?“, fragte der Elefant.
„Ja!“, antworte ich.
„Such nach dem Weg zurück. Du kennst ihn.“

„Ich habe die Frage schon gestellt, aber du hast sie wieder an die Seite gestellt!“, sagt der Elefant und sie nickt, weil sie sich gestern und heute wieder viel zu sehr geärgert, aufgeregt und gestresst hat mit dem, was nicht ihre Baustelle ist und sie an den anderen nicht ändern kann.

„Du bist viel zu viel Job und zu viel für andere im Kopf und noch zu wenig Schriftstellerin und Sabine und in deinem Körper!“, sagt die Ente.

„Hast du deshalb das Bild von der Wand geschubst?“, fragt sie. Sie hat das Bild wieder an die Wand über ihrem Bett gehängt. Eine nackte Frau sitzt auf einem Stuhl, den Kopf mit dem linken Arm auf dem angewinkelten Bein aufgestützt, das rechte Bein ist ausgestreckt. Sie mag dieses einfache Schwarz-Weiß-Bild sehr. Sie mag die Frau darauf ebenfalls sehr.

„Natürlich nicht, ich bin Ente, aber nicht Geist!“ Die Ente lacht und sie ist sich sicher, dass sie weiß, wer das war.

Etwas möchte gesehen werden.
Etwas, das lange hinter mir war.
Ein altes Bild gerät in Bewegung.
Energien wollen wieder fließen.

Es gab diesen einen Moment heute auf der Rückfahrt von ihren Eltern, als sie dachte, wieso ist alles andere so wichtig, weil ich selbst immer noch zu wenig da bin. Nicht mehr so perfekt, aber es soll ihr doch einfach mehr gut gehen.

 

Vermisst du dich?

Das Bild fällt
von der Wand
ihre gewohnten
Hüllen auch

Langsam wird
sie zu der Frau
die sie schon längst
geworden ist

Sie schaut sich
um und an
sie schreibt und staunt
und lacht und weint
und bleibt doch
immer öfter
still bei sich

Vermisst du dich?
ja, flüstert sie noch
ihre Stimme wird
jeden Tag lauter
ihr Vertrauen
zu sich auch

Lass uns
schwimmen gehen
wünscht sich
ihr Körper

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert